Blog : Wettringen

Münsterländische Volkszeitung: Eine große Gratulantenschar kam am Sonntagabend in die Bürgerhalle zum großen Überraschungsempfang.

Münsterländische Volkszeitung: Eine große Gratulantenschar kam am Sonntagabend in die Bürgerhalle zum großen Überraschungsempfang.

Ahnungslos durch die Nacht

-wol- WETTRINGEN. Damit hatte er nicht gerechnet: Der denkwürdige Wahlabend in Wettringen endete für den strahlenden Sieger Berthold Bültgerds mit einem Überraschungsempfang in der Bürgerhalle. Dutzende Gäste, darunter Familie, Freunde, Bekannte und Fußballkollegen, hatten sich hier eingefunden, um den 52-Jährigen gebührend zu feiern. Bültgerds war nach der ersten Glückwunsch-Welle im Wettringer Rathaus noch nach Steinfurt ins Kreishaus gefahren, um Klaus Effing zur gewonnenen Landratswahl zu gratulieren. Zurück im Hiärtken, sollte er zum Hotel zur Post kommen. „Doch da war alles zu“, so Bültgerds. Wahlleiter Franz-Josef Reckels lotste ihn dann zur Bürgerhalle. Da sei noch Licht an. Als der designierte Bürgermeister hereinkam, begann das große Hallo.

Denn die vielen Gratulanten von Sportverein FC Vorwärts, Fanclub „Attacke“ und Fanclub-Dachverband, Kegelclub „Lattensandhasen“ und weiteren Vereinen aus Wettringen hätten im Rathaus gar keinen Platz gefunden. So entstand die Überlegung, in die Bürgerhalle umzuziehen, wo unter anderem der Erlös aus dem Catering einem guten Zweck zufließen wird. Neben Geschenken und Glückwunsch-Torten kam auch Stimmungskanone Mickie Krause mit einem besonderen Geschenk auf die Bühne: Er überreichte Bültgerds ein gerahmtes Plakat vom Radio-RST-Aprilscherz, der Krause als BM-Gegenkandidat verkündet hatte.

Bis tief in die Nacht herrschte gute Laune unter den vielen Gästen, zu denen auch Kollegen aus dem Rathaus und zahlreiche Politiker zählten. Selbst die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking (CDU) ließ hier den Wahlabend ausklingen. Auch das ein oder andere Bierchen wurde angesichts des Ergebnisses von 96,2 Prozent für Bültgerds geköpft. Am Montagmorgen dröhnte manch einem noch ein wenig der Schädel. Auch Bültgerds selbst trudelte erst gegen Mittag im Rathaus ein, nachdem er am Morgen mit der Verarbeitung des Geschehens beschäftigt war – wie auch mit dem Lesen von unzähligen SMS, die bis dato auf seinem Mobiltelefon aufgelaufen waren.

Bültgerds wird „noch normal arbeiten“. Schon am Sonntagabend hatte er deutlich gemacht, dass er jetzt „keinen Urlaub bis zur Amtseinführung“ habe. Im Moment überlegt Bültgerds, eine Woche in den Herbstferien für ein wenig Urlaub zu nutzen. Doch die Arbeit muss getan werden, und auch Dinge wie die Übergabe des Amtsbereiches sind bis zum Beginn der Bürgermeister-Tätigkeit am 21. Oktober zu regeln. Und als „erster Bürger der Gemeinde“ sind sofort wichtige Angelegenheiten fortzuführen. Anfang November wird der Haushalt 2016 eingebracht. Dazu kommt die fortlaufende Herausforderung der Flüchtlingsunterbringung, „die uns in Atem halten wird“. Aber ganz oben auf der Liste steht der zweite Versuch, doch noch als Teilstandort der Sekundarschule Neuenkirchen die weiterführende Schule am Ort zu erhalten.

Auch am Tag nach dem fulminanten Wahlerfolg bleibt das Gefühl des Besonderen bestehen. „Auch meine Frau Sabine war tief beeindruckt, aber am Ende des Tages waren wir auch ziemlich platt.“ Mit einer solchen Zustimmung hatte Bültgerds selbst nicht gerechnet, sagte er. „70 Prozent wären schon gut gewesen“, meinte er. Darüber gab es sogar eine Wette mit einem Kollegen, die Berthold Bültgerds allerdings verlor. Und das ziemlich deutlich.

Inklusion: Sorgfalt bei der Umsetzung

Inklusion: Sorgfalt bei der Umsetzung

: Sorgfalt bei der Umsetzung

Besuch der Josefsschule: Die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking (M.), hier mit Schulleiter Rainer Blenkers (r.), Schülern und Lehrern, informierte sich über den Schulalltag.

WETTRINGEN. Bei einem Besuch in der Josefsschule informierte sich die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christina Schulze Föcking, über die tägliche Arbeit der Förderschule.

„Zusammen die Schwierigkeiten des Alltags meistern, das Schöne darin gemeinsam leben, Verhaltensauffälligkeiten erkennen und neue Wege zur Veränderung gehen, Freunde finden – für die Josefsschule ist das jeden Tag mehr als nur eine Aufgabe. Es ist Alltag“, heißt es in der Mitteilung des Caritasverbandes. „Mit wie viel Engagement und persönlichem Herzblut die Lehrer der Förderschule diese Aufgabe täglich zu ihrer ganz eigenen machen, war bei meiner Begleitung an einem ganz normalen Schulvormittag deutlich zu erkennen“, sagte Schulze Föcking.

Der Bereich der Inklusion an Schulen gehört zurzeit zu einem der wichtigsten schulpolitischen Themen. Vieles ist in Bewegung, zahlreiche Fragen ungeklärt. So stehen landesweit zahlreiche Förderschulen vor der Auflösung. „Wie das mit dem Ziel der besonderen Förderung und den Bedarfen der Inklusion vereinbar sein soll, weiß wahrscheinlich nicht mal die Landesregierung selber“, so Föcking. Der Bestand der Josefsschule (private Förderschule mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) mit ihren 157 Schülern und 30 Lehrern erscheine zum jetzigen Zeitpunkt gesichert. Das sei eine gute Nachricht für alle Schüler, Eltern und die Lehrer.

„Wir brauchen ein Schulsystem, das den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schülern gerecht wird“, meinte Rainer Blenkers, Schulleiter der Josefsschule. „Ich begrüße den Schritt hin zu einer Gesellschaft, die das Ziel der Inklusion verfolgt. Gerade aber bei der Umsetzung an unseren Schulen rate ich zur Umsicht und Sorgfalt. Wir brauchen auch weiterhin Förderschulen in erreichbarer Nähe und eine gute personelle Ausstattung.“

 

15.11.2014, 12:00 Uhr