Westfälische Nachrichten: Unterhaltsames CDU-Fest bei Bornemann Blick zurück reicht bis Adenauer

Westfälische Nachrichten: Unterhaltsames CDU-Fest bei Bornemann Blick zurück reicht bis Adenauer

Westfälische Nachrichten: Unterhaltsames CDU-Fest bei Bornemann Blick zurück reicht bis Adenauer

Seit mehr als 50 Jahren ist er Mitglied der CDU, er hat viel gesehen und erlebt. Auf dem traditionellen Fest „Zwischen den Jahren“ des Altenberger Gemeindeverbandes der Christdemokraten in der Gaststätte Bornemann ließ Professor Dr. Paul Kevenhörster das Publikum am reichen Schatz seiner politischen Erfahrung teilhaben.

Am Mittwochabend begrüßte der Vorsitzende Markus Tönsgerlemann die zahlreich erschienenen Gäste. Unter ihnen die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking sowie der im Herbst gewählte Landrat Dr. Klaus Effing. Mit den Worten „Was für ein Jahr“ eröffnete Tönsgerlemann den Abend. In kaum einem anderen seien dermaßen viele entscheidende Dinge geschehen, abgesehen von 1989/90 als die deutsche Wiedervereinigung gefeiert wurde. Der Vorsitzende erinnerte an das 25-jährige Jubiläum dieses Ereignisses in 2015 sowie an das 70-jährige Bestehen der christdemokratischen Partei.

Schulze Föcking sprach ebenso von einem „sehr bewegten Jahr“ mit einer „sensationellen Landratswahl“ im Kreis Steinfurt. Zum Flüchtlingsthema fand sie eindeutige Worte: „Den Menschen, die Schutz suchen vor Bedrohung müssen wir auch Schutz geben.“ Allerdings müssten die rund 40 Prozent, die aus sicheren Herkunftsländern stammten, auch wieder dorthin zurück. „Wir brauchen den Platz für die Kriegsflüchtlinge“, betonte sie.

Festredner Kevenhörster, geboren 1941 in Schwerte, lebt mit seiner Familie in Altenberge. Der Politikwissenschaftler und Hochschullehrer war unter anderem von 1982 bis 1988 Kurator der deutschen Stiftung für internationale Entwicklung in Berlin. Er hielt einen unterhaltsamen Vortrag über seinen Werdegang und die vergangenen Jahrzehnte. Als er 1962 als Student in die CDU eintrat, fand er die Nähe des akademischen Lehrbetriebs zur Politik bemerkenswert. In seinem Studienort Köln machte er erste politische Beobachtungen. Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, habe den Begriff „Feind“ folgendermaßen gesteigert: Feind, Intimfeind, Parteifreund. Kevenhörster fügte aber schnell hinzu: „Ich bin mir sicher, dass es sich bei der CDU in Altenberge nicht so verhält.“ Seine Rede war humorvoll, sparte aber auch nicht mit Kritik: „In den 1980er Jahren waren Parteitage insgesamt diskussionsfreudiger, weniger Krönungsmessen für die politisch Gesalbten, wenn auch noch nicht ganz Heiliggesprochenen“, blickte der Politikwissenschaftler zurück. 1988, nach seiner Tätigkeit als Kurator in Berlin, widmete sich Kevenhörster an der Uni Münster verstärkt der Entwicklungspolitik und den Entwicklungsperspektiven Ostasiens.

Christina Schulze Föcking nahm die Ehrung langjähriger CDU-Mitglieder vor. Darunter Paul Kevenhörster für 50-jährige Mitgliedschaft sowie Josef Dütsch, Renate Dütsch, Horst Ellinghaus, Heinz Greshake, Clementine Hovestadt, Gisela Kevenhörster und Dr. Hans Mönnig für 40-jährige Mitgliedschaft.