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Münstersche Zeitung: Ideale Ergänzung zum Autismushof

Münstersche Zeitung: Ideale Ergänzung zum Autismushof

DRK-Kreisverband plant ambulant betreutes Wohnprojekt in Ochtrup / Baubeginn Ende 2014

KREIS STEINFURT. Der DRK-Autismushof in Ochtrup bietet 14 erwachsenen Menschen ein Zuhause. Und das seit November 1997. „Die Einrichtung gehört unzweifelhaft zu den besten in ganz Deutschland“, sagte Prof. Dr. Hanns Rüdiger Röttgers von der Fachhochschule Münster. Der Autismus-Experte war am Montag Gast im Ochtruper Autismushof.

Dort stellte der Geschäftsführer der sozialen DRK-Einrichtungen des Kreisverbandes Steinfurt, Georg Heflik, das Projekt „Ambulantes Wohnen in einer Hausgemeinschaft für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen“ vor. Auf dem Gelände des Autismushofes soll ein Neubau als Hausgemeinschaftskonzept entstehen.

Geplant sind zehn Appartements – zwei davon rollstuhlgerecht – im Obergeschoss mit einer Wohnfläche von mehr als 40 Quadratmetern. Darunter ist ein etwa 400 Quadratmeter großer Multifunktionsraum geplant, der als Werkstatt, Veranstaltungssaal oder Schulungsraum genutzt werden kann. „Ziel ist es, unsere stationär untergebrachten Bewohner in eine ambulante Phase zu überführen“, erklärte Georg Heflik. Ein ehrgeiziges Projekt, sind doch viele im Autismushof wohnende Erwachsenen gar nicht in der Lage mit Hilfe der Sprache zu kommunizieren. Die Verständigung zwischen den Betreuern und den dort untergebrachten Autisten sowie ihre Wahrnehmung erfolgt mit Hilfe von Bildtafeln. Da die unterschiedlichen Therapien im Autismushof mittlerweile so gut angeschlagen haben, dass man ohne Psychopharmaka, Fixierungen oder Einweisungen in die Psychiatrie auskommt, will das DRK noch einen weiteren Schritt wagen. „Dieses Hausgemeinschaftskonzept ist ein geschlossenes Wohngebäude und die Bewohner sind Mieter des Roten Kreuzes, das das finanzielle Risiko allein trägt“, erläuterte Georg Heflik.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Christina Schulze-Föcking, SPD-Kreistagsmitglied Elisabeth Veldhues und Kreissozialdezernent Dr. Peter Lüttmann signalisierten ihren Einsatz für dieses Projekt. Prof. Dr. Hanns Rüdiger Röttgers sagte zu, dass die Fachhochschule mit ihren Studenten das Vorhaben mit ihrem Wissen begleiten werde.lem