
Großes Interesse beim 10. Kinderschutzfachgespräch in Steinfurt – initiiert von der heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Christina Schulze Föcking
Die Aula des Städtischen Gymnasiums Borghorst war in der vergangenen Woche bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum 10. Kinderschutzfachgespräch nach Steinfurt gekommen. Fachkräfte aus Schulen, Kitas, Jugendhilfe, Sport, Gesundheit, Polizei und Verwaltung sowie viele weitere Interessierte nutzten die Gelegenheit zum Austausch über ein Thema, das viele bewegt: den Schutz von Kindern.
Die Veranstaltungsreihe hat sich in den vergangenen Jahren zu einer fest etablierten Plattform für Austausch und Information im Kreis Steinfurt entwickelt. Initiiert und organisiert wird sie von der heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Christina Schulze Föcking, die auch an diesem Abend die Gäste begrüßte – darunter Steinfurts Bürgermeister Franke, der die Durchführung der Veranstaltung im Gymnasium Borghorst unterstützt hatte, sowie den Leiter des Kreisjugendamtes, Herrn Hüsing. Besonders freute sie sich, dass das Jubiläum der Reihe in ihrer Heimatstadt Steinfurt stattfinden konnte. Auch dem Hausmeister der Schule dankte sie ausdrücklich für die Unterstützung der außerschulischen Veranstaltung.
„Die große Resonanz zeigt, wie viele Menschen sich mit großem Engagement für den Schutz von Kindern einsetzen“, sagte Schulze Föcking zu Beginn des Abends.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Kriminalhauptkommissarin Sonja Hubacher, die sich seit 1998 mit Sexualdelikten beschäftigt. Sie gab den Zuhörerinnen und Zuhörern einen eindringlichen Einblick in die Realität polizeilicher Ermittlungen bei Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder.





































Dabei machte sie deutlich, wie schwierig solche Verfahren häufig sind: In vielen Fällen stehe Aussage gegen Aussage, Geständnisse seien selten und Tatzeugen gebe es kaum. Viele Anzeigen würden erst lange Zeit nach der Tat gestellt. Gleichzeitig habe sich die Arbeit der Polizei in den vergangenen Jahren deutlich professionalisiert und spezialisiert.
Wie komplex Ermittlungen sein können, verdeutlichte Hubacher anhand eines Beispiels aus ihrer Praxis: Ein Kind berichtete, dass es über längere Zeit jeden Morgen zu Übergriffen gekommen sei. Am Ende ergaben sich daraus 389 einzelne Taten, die Gegenstand der Ermittlungen sowie der Verurteilung wurden.
Besonders eindringlich war auch ihr Hinweis darauf, wie häufig sexualisierte Gewalt vorkommt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation seien statistisch ein bis zwei Kinder pro Schulklasse betroffen. „Umso wichtiger ist es, dass wir alle hinschauen, zuhören und nie wieder wegsehen“, betonten sowohl Hubacher als auch Schulze Föcking im Verlauf des Abends.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie komplex die Arbeit im Kinderschutz ist. Thema waren unter anderem Opfer mit Beeinträchtigungen, die sich häufig schwerer ausdrücken können und deshalb in Strafverfahren besondere Hürden erleben. Hubacher schilderte, dass selbst in der Gebärdensprache manche Begriffe fehlen, um erlebte Übergriffe überhaupt genau beschreiben zu können. Schulze Föcking verwies darauf, dass sich auch die Kinderschutzkommission des Landtags Nordrhein-Westfalen mit dieser Problematik befasst. „Gerade Kinder und Menschen mit Beeinträchtigungen dürfen am Ende nicht weniger Schutz oder weniger Gerechtigkeit erfahren als andere Betroffene – im Gegenteil: Sie brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit“, betonte sie.
Ein zentraler Gedanke aus der Diskussion blieb besonders hängen: Für betroffene Kinder sei zunächst vor allem entscheidend, dass der Missbrauch aufhört – oft wichtiger noch als die spätere Bestrafung des Täters.
Zum Abschluss machte Schulze Föcking deutlich, wie sehr sich die Veranstaltungsreihe in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Während bei den Fachgesprächen sonst häufig rund 170 bis 200 Teilnehmende erwartet werden, zeigte der diesmalige Zuspruch mit über 280 Gästen, wie stark das Interesse weiterwächst. Für sie sei es eine große Freude zu sehen, dass so viele Menschen den Austausch suchen und sich für das Thema sensibilisieren. Denn je mehr Fachkräfte und Interessierte miteinander ins Gespräch kommen, desto größer werde auch die gemeinsame Aufmerksamkeit für den Schutz von Kindern.
Der Abend endete mit der Ankündigung des 11. Kinderschutzfachgesprächs im Herbst 2026 und großem Applaus.

