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Münsterländische Volkszeitung: Neues Jagdrecht bringt Jäger auf die Palme

Münsterländische Volkszeitung: Neues Jagdrecht bringt Jäger auf die Palme

Zahlreiche Mitglieder des Hegerings wurden aufgrund ihrer Treue zum Verein und besonderer Leistungen geehrt. Christina Schulze Föcking (l.) berichtete über die geplante Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes.
Zahlreiche Mitglieder des Hegerings wurden aufgrund ihrer Treue zum Verein und besonderer Leistungen geehrt. Christina Schulze Föcking (l.) berichtete über die geplante Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes.

-th- HÖRSTEL-DREIERWALDE. Mit einem „Halali“ der Jagdhornbläsergruppe begann die Versammlung des Hegerings Hörstel-Dreierwalde im Landgasthaus Wenninghoff. Hegeringsleiter Achim Rietmann begrüßte die Anwesenden und freute sich über den guten Besuch. Sein besonderer Gruß galt der CDU-Landtagsabgeordneten Christina Schulze Föcking.

Die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion nahm zu Themen rund um die Jagd Stellung. Den rund 80  000 Jägern in NRW, von denen rund 65  000 im Landesjagdverband (LJV) NRW organisiert sind, bescheinigte sie eine gute Arbeit im Bereich Hege, Pflege und Tierschutz. Als Beispiel nannte sie die „Waldschule“, ein Naturprojekt für Kinder, oder Nistkastenprojekte.

Hauptthema des Abends war die von der rot-grünen Landesregierung angestrebte Novelle des Landesjagdgesetzes in NRW. Achim Rietmann sagte dazu: „Die Jagdabgabe ist für dieses Jahr gestrichen und von Minister Remmel einbehalten worden“. Dabei wollten die Jäger das Geld für die Ausbildung an den Schießständen nutzen. So sei zum Beispiel der Umbau des Schießstandes in Schale, der mit der Jagdabgabe finanziert werden sollte, gefährdet. Ebenfalls soll das Landesjagdgesetz geändert werden. Es sieht vor, dass Marder, Marderhunde, Waschbären und Rabenvögel nicht mehr bejagt werden dürfen. Dies kann nach Ansicht der Jäger Hasen und viele Bodenbrüter gefährden. Auch die Jagdzeit auf den Fuchs soll verkürzt werden, trotz Bedenken der Jägerschaft. Die Jagdhundeausbildung soll stärker reglementiert und zum Beispiel das Jagdhundetraining an lebenden jungen Füchsen verboten werden. Über ein Verbot der Balzjagd wird gleichfalls nachgedacht.

Schulze Föcking, Sprecherin aller Landesagrarausschüsse der CDU-Fraktionen, bezeichnete die Jäger als „Anwälte von Jagd und Wild“. Nordrhein-Westfalen sei für sie ohne Jagd nicht vorstellbar. Zur Jagdabgabe forderte sie, dass das Geld der Jäger auch in deren Händen bleiben müsse. Sie rief die Jäger auf, durch geschlossenes Auftreten ihre Interessen zu vertreten und sagte ihnen dabei ihre Unterstützung zu.

Seit fast zwei Jahren arbeitet das Umweltministerium in Düsseldorf unter Leitung von Umweltminister Johannes Remmel an der Novellierung des Landesjagdgesetzes. Bislang sind jedoch erst einige Details bekannt. Die Jäger wollen deshalb endlich Klarheit darüber, was in dem neuen Landesjagdgesetz stehen wird.

In seinem Geschäftsbericht stellte Achim Rietmann die vielen Veranstaltungen des Hegerings vor. Die Müllsammelaktion wird auf jeden Fall beibehalten. Geplant ist die Teilnahme am Landesjägertag am 10. Mai in Köln und ein Tontaubenschießen, wobei die Teilnahme für alle Jäger des Hegerings Pflicht ist. Die Hubertusjagd findet in diesem Jahr am 25. Oktober. statt.

Erich Wieschemeyer hatte zwischenzeitlich die Kassengeschäfte übernommen, da Kassiererin Susanne Westkamp kurzfristig ihr Amt niedergelegt hatte. Achim Rietmann bedankte sich ausdrücklich für ihre Arbeit. Erich Wieschemeyer konnte ein kleines Plus ausweisen. Die Kassenprüfer Stefan Tobollik und Frank Flaskamp bescheinigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, die Entlastung für Kassierer und Vorstand erfolgte einstimmig. Zum neuen Kassenprüfer für Stefan Tobollik wurde Norbert Feismann gewählt. Zum neuen Kassierer wurde Christoph Wieschemeyer gewählt. Schriftführer Andreas Müller bleibt im Amt. Als neue Beisitzer wurden Robert Heeke, Heinz Gebbe und Werner Steggemann gewählt.

Geehrt wurden für 25-jährige Mitgliedschaft im Landesjagdverband Robert Heeke, Karl Josef Plagemann, Rudolf Theiselmann und Ewald Rohlmann, für 40 Jahre Heinrich Gebbe und Franz Ungru und gar für 50 Jahre Josef Künnemann und Rainer Hemersch, jeweils mit einer Urkunde und Ehrennadel. Außerdem wurde Ursula Belting als erfolgreichste Hundeführerin ein Pokal überreicht, Platz zwei belegte Eva Feismann, gefolgt von Franz-Josef Pleye. Erich Wieschemeyer erhielt einen Pokal als Herbstmeister im Tontaubenschießen für seine elf Treffer, Vorjahressieger Achim Rietmann kam auf Platz zwei, Dritter in diesem Wettbewerb wurde Karl Plagemann.